|
Habilitation: May 2003 |
Arlinghaus, Franz-Josef, Marcus Ostermann, Oliver Plessow
und Gudrun Tscherpel, Forschung auf der Silberscheibe. Neue Herausforderungen für die
Mediävistik, in: Sprach-Welten der Informationsgesellschaft: Perspektiven der
Philologie, hg. von Doerte Bischoff und Joachim Frenk (WWU Dokumente und
Berichte 4) Münster 2002, S. 179-193. Dowonload: .pdf-Format (Zahlen
in [rot] = Seitenzahl der Druckfassung). (Bitte haben Sie etwas Geduld; das Laden der beiden
Abbildungen kann etwas dauern) 1. Einführung Der Siegeszug
der neuen Medien in den Geisteswissenschaften ist auf vielerlei Ebenen zu
verfolgen. Spezielle Internetforen widmen sich ihrem Nutzen für Lehre und
Forschung wie ihrer Eignung zur Popularisierung historischer und philologischer Erkenntnisse.1 Seminare führen in die Thematik ein.2 Und nicht zuletzt
Universitätsbibliotheken statten sich mit einschlägigen Datenträgern aus, vor
allem CD-ROMs. In der Erforschung des Mittelalters eröffnet die CD-ROM neue
Wege, zugleich hilft sie aber auch, traditionelle Arbeitsweisen drastisch zu
vereinfachen. Die meisten Mediävisten werden dabei vornehmlich an ihre
Fähigkeit denken, große Datenmengen zu speichern und schnell verfügbar zu
machen. Mediävistische Datenbanken auf der Silberscheibe erfreuen sich vor allem
im Bereich der Texteditionen, Lexika und der Bibliographien großer
Beliebtheit.3 Die weit
darüber hinaus reichenden Fähigkeiten dieses jungen Mediums erreichen dagegen
nur selten das Bewusstsein der universitären Mittelalterforschung. Ihre
Kompetenz als Träger multimedialer, hypertextueller und interaktiver
Anwendungen wird kaum erkannt.4 Auf der
Grundlage eigener Erfahrungen bei der Erstellung einer mediävistischen
CD-ROM, die sich die Integration eben dieser Elemente zur Aufgabe gemacht
hat, und verbunden mit allgemeineren methodologischen Überlegungen wollen wir
im Folgenden einige Fragen berühren, die sich aus der Arbeit mit und am
Medium ergeben haben. Der Fokus liegt dabei weniger auf einer Vorstellung der
CD-ROM Schrift im Wandel – Wandel durch Schrift selbst, sondern
auf den Eigentümlichkeiten der Arbeitsweise und des Produktionsprozesses. Im
einzelnen geht es uns um drei Fragehorizonte: Als erstes wollen wir
beleuchten, inwieweit das Medium Problemlösungsstrategien einfordert, die
neue Formen der Zusammenarbeit der bei der Produktion Beteiligten
begünstigen. Ferner soll es darum gehen, inwieweit die Produktion einer
CD-ROM einer eigenen Syntax folgt und ob diese im Medium selbst bereits
angelegt ist. Schließlich wollen wir versuchen zu skizzieren, welche
Rückwirkungen dies alles auf die Forschung selbst hat. 2. Das Projekt Ende
1999 beendete der Sonderforschungsbereich 231 "Träger, Felder, Formen
pragmatischer Schriftlichkeit im Mittelalter" seine Arbeit an der
Universität Münster. Seit [180] 1986 hatten
sich insgesamt fünfzehn Projekte in einem interdisziplinären Verbund von
Historikern, Philologen und Theologen die Erforschung der vielfältigen
mittelalterlichen Verwendung des geschriebenen Wortes zur Aufgabe gemacht. Im
Mittelpunkt standen dabei die Implikationen der zunehmenden Bedeutung
mittelalterlicher Schriftverwendung in allen Bereichen des Lebens im Hohen
und Späten Mittelalter. Ziel war es, diesen Prozess auf allen
gesellschaftlichen Ebenen zu erfassen und die Auswirkungen dieses Wandels auf
das menschliche Zusammenleben zu erhellen, wobei Stichwörter wie
Mobilitätszunahme, Individualisierung und größere Anonymität den Blickwinkel
verdeutlichen.5 Die Entwicklungen des
12. bis 15. Jahrhunderts beeinflussten unterschiedliche Sozialgruppen und initiierten
eine Entwicklung mit nachhaltigen Auswirkungen auf unsere neuzeitliche Welt.
Ziel des SFB war es, diesen grundsätzlichen Wandel, der die Kultur des
mittelalterlichen Europa veränderte, in seinen Einzelheiten zu erkennen und
zu analysieren. Dabei war das Interesse des SFB nicht allein auf die
quantitative Zunahme des Schriftgebrauchs fokussiert. Zentral war überdies
das Ergründen der qualitativen Änderungen, die in einem Eindringen des
Schreibens in das Alltagsleben resultierten. Angestrebt wurde, die
historischen Bedingungen und Umstände zu verstehen, die diese
Wandlungsprozesse verursachten. Knapp
ein Jahr vor dem Ende des Bewilligungszeitraums des SFB kam der Gedanke auf,
der umfangreichen Sammlung von Aufsätzen und Monographien, die die Frucht der
langjährigen Arbeit darstellte, ein Abschlussprodukt auf einer anderen, einem
breiteren Publikum zugänglichen Ebene herzustellen. Bald zeigte sich, dass
eine CD-ROM geeignet sein könnte, in einer Zeit des Medienwandels Interesse
für den Rückblick auf ein vergleichbares Phänomen der europäischen
Vergangenheit zu wecken. Geleitet von Christel Meier-Staubach und Volker
Honemann, beabsichtigt das Multimediaprojekt, Mediävisten wie
Nichtmediävisten die Ergebnisse von vierzehn Forschungsjahren zugänglich zu machen.
Der Titel Schrift im Wandel – Wandel durch Schrift markiert die
thematischen Leitaspekte, die die Untersuchung lenken: die Sichtbarmachung
des Verschriftlichungsprozesses wie seine Rückwirkungen auf die
mittelalterliche Gesellschaft. Verfolgt werden wird dieser Prozess von seinen
Anfängen im 12. Jh. bis zum Ausgang des Mittelalters. Obwohl wir bemüht sind,
ein das ganze mittelalterliche Europa umfassendes Angebot zusammenzustellen,
erfolgt eine gewisse Konzentration auf Italien, Frankreich, die Niederlande
und Deutschland. Abgesehen von der eigentlichen Multimediaanwendung wird die
CD-ROM eine Vollbibliographie der Veröffentlichungen des SFB und eine
Volltextversion im .pdf-Format von sechzehn grundlegenden Beiträgen bieten.
Parallel zur deutschen wird auch eine englische Version produziert. [181] 3. Arbeitsteilung und Zusammenarbeit: Problemlösungen in
der Gruppe Mehr
denn je liegt die Verantwortung für die Produktion eines wissenschaftlichen
Textes heute beim einzelnen. Seit der PC und entsprechende
Wortverarbeitungsprogramme allgemeine Verbreitung gefunden haben, wird vom
schreibenden Akademiker erwartet, dass er das Setzen und Layouten (und nicht
selten auch das Lektorat) für seinen Beitrag selbst übernimmt. Wo Kostendruck
und Publikationspflichten gleichzeitig wachsen, wird eine enge Zusammenarbeit
von Verlag und Autor im wissenschaftlichen Bereich zunehmend zu einer
Seltenheit. Wenn zudem noch die Herausgeberfunktion entfällt, beschränkt sich
das prüfende und korrigierende Gespräch auf den engen Kreis der Fachkollegen;
die für den Wissensprozess so wichtige Auseinandersetzung mit dem breiteren
Publikum wird in der Folge immer mehr zu einer unüberwindbaren Hürde. Ganz
anders dagegen liegen die Verhältnisse bei der Übertragung wissenschaftlicher
Einsichten vom einen Medium in das andere. Wie bei jeder
"Übersetzung" werden Darstellungsmodi und Aussage nicht in einem
1:1-Verhältnis abgebildet, sondern konstituieren einen neuen
"Text" mit eigenen Regeln. Der Gebrauch eines der "Neuen
Medien" fordert dabei Arbeitsweisen und Kooperationsmuster, die sich
stark vom eingespielten – und in seiner Intensität nachlassenden
– Prozess der Erstellung von Printmedien unterscheiden. Unverzichtbar
ist dabei nicht allein eine Expertise in der notwendigen Software (HTML,
Macromedia usw.), notwendig sind zudem Fertigkeiten, was die Präsentation von
Forschung auf dem Bildschirm anbelangt. Entfernt vergleichbar mit der
Strukturierung eines Vortrages oder eines Aufsatzes, ist etwa bei einer
CD-ROM eine konzeptionelle Regelung des Zugangs zu den dargebotenen
Informationen von allergrößter Wichtigkeit. Mit der potentiell unbegrenzten
Vervielfältigung der Zugriffsmöglichkeiten erhalten die überlegte Ordnung der
Navigation wie die Festlegung der Interaktionsmöglichkeiten (Icons, Menüs,
Links u.ä.) einen zentralen Platz in der Gesamtkonzeption. Sie lenken das
Verstehen und die Verstehbarkeit des Dargebotenen.6 Das neue
Medium bringt eine neue Aufgabenverteilung mit sich und neue Protagonisten
ins Spiel. Wo es sich um ein größeres Projekt handelt, werden auf der
inhaltlichen Ebene die Positionen "Autor" und
"Herausgeber" neu definiert, zumeist zugunsten einer größeren
Leitungskompetenz des letzteren. Vielmehr als beim Printmedium wird bei der
CD-ROM das Produkt als Gesamteinheit wahrgenommen.7
Zugleich tritt in der Produktion eine neue dritte Größe hinzu, in deren Hände
grafische und technische Umsetzung liegen: der Designer bzw. Programmierer.
Beide Funktionen können in einer Hand vereint sein, bei größeren Projekten
wird aber auch hier eine Aufgabenteilung sinnvoll sein. Bereits die größere
Zahl der Beteiligten legt nahe, dass eine intensive Zusammenarbeit aller
erforderlich ist. Jeder bringt anderes Vorwissen, andere Kompetenzen mit,
aber erst im Zusammenspiel aller kann ein ansprechendes Werk gelingen.8 [182] Diese Vorgänge brauchen Zeit.
Die Historikerin oder der Historiker muss zunächst überlegen, welchen
zentralen Punkt sie oder er vermitteln will. Die Kommunikation zum nicht
einschlägig Vorgebildeten erfordert eine Reduktion auf das Wesentliche, eine
Kompetenz, die nicht allen Forschenden in den Geisteswissenschaften gegeben
ist. Notwendig ist es, die Themenwahl und deren Aufbereitung Fachfremden im
Gespräch zu erläutern und zu vermitteln. Dies aber setzt voraus, dass der/die
Mediävist/in ganz anders über sein Thema reflektiert als im Gespräch mit den
Fachkollegen. Hier gilt es, auf dem schmalen Grat zwischen notwendiger
(didaktischer) Reduktion und dem Abfall in die Oberflächlichkeit zu bestehen. Ohne ein gewonnenes Verständnis
für die Sache kann auch der Designer keine angemessene Auswahl unter den
möglichen technischen Features treffen. Interaktiv ansprechbare Grafiken,
Tonsequenzen oder platzierte Animationen sind nicht bloße Spielerei, sondern
können an ausgesuchter Stelle beim Nutzer zu einem hohen Erkenntnisgewinn
führen. Um eine konzeptuelle Grundlegung zu gewährleisten, muss jedoch auch
der Historiker/ die Historikerin über die Möglichkeiten und Grenzen sowie die
Eigenarten dieser Mittel der Umsetzung informiert sein, am besten bereits vor
der Erstellung eines ersten Entwurfes. Gerade im Feld der neuen Medien gilt,
dass Form Inhalt ist und nicht abgelöst von Letzterem auf etwas Bestehendes
aufgepfropft werden kann. Ein erstes Beispiel zur Verdeutlichung: Die
Themenwahl "pragmatische Schriftlichkeit" bedingt einen intensiven
Rückgriff auf handschriftliches Material. Bereits früh wurde deutlich, dass
die CD-ROM als kostengünstiger Datenträger geeignet ist, in für Printmedien
nicht finanzierbarem Ausmaße Bildmaterial wiederzugeben.9
Dies ist bei einem Thema, das u.a. die grafische Gestaltung mittelalterlichen
Schreibens untersucht, unverzichtbar. Zugleich beabsichtigten wir, dem Nutzer
ein sensuelles Erlebnis zu ermöglichen, das sonst nur in Ausstellungen
erreicht werden kann. Nun ist es technisch verhältnismäßig einfach möglich,
faksimileartige Fotografien zu digitalisieren, aber sogar der
hilfswissenschaftlich erfahrene Geschichtswissenschaftler würde nicht in
diesem Umfange Transkriptionen oder gar Übersetzungen des Quellenmaterials
anfertigen wollen, um dem Argumentationsgang folgen zu können, ganz zu
schweigen vom interessierten Laien, dem die einschlägige Ausbildung hierfür
fehlt. Die Lösung, die für diese Anforderungen im Laufe der Entwicklung
gefunden wurde, führte zur Installation eines
"Vergrößerungsglases", das nach der Aktivierung seitens des Nutzers
bei einer entsprechend eingerichteten, in die Anwendung eingefügten
digitalisierten Abbildung zugleich eine Transkription und eine Übersetzung
erscheinen lässt. Fährt der Nutzer mit der "Lupe" die Textkolumne
entlang, erhält er Zeile für Zeile den mittelalterlichen Text wie seine
neuhochdeutsche Entsprechung eingeblendet (scrolling). [183]
Ein weiteres
Beispiel aus einem anderen Bereich: Wir wollten die Chance ergreifen, dem
Nutzer unterschiedliche, im Buch nicht zu erzielende Zugriffsmöglichkeiten zu
eröffnen. Hierbei ist stets abzuwägen zwischen einem Gewinn an
Eigenständigkeit seitens des Nutzers durch eine Pluralisierung der
Herangehensweisen und einen Verlust an Verständlichkeit mangels
erkenntnisleitender Lenkung. Für uns resultierte hieraus der Gedanke, bei
einer verhältnismäßig einheitlichen Gestaltung der zwölf Einzelbeiträge auf
einer übergeordneten Ebene verschiedene Einstiegsmöglichkeiten zu
installieren. Da ist zunächst einmal eine "Themenseite", die in
einer egalisierenden Darstellungsweise die Namen der Beiträge aufführt und
gleichsam die Funktion eines klassischen Inhaltsverzeichnisses übernimmt. Die
sich langsam über den Bildschirm bewegenden Titel verhindern durch ihre
unstete Anordnung den Eindruck einer Hierarchisierung oder vorgegebenen
Reihenfolge. Fährt der Nutzer mit der Maus über einen der Beitragstitel,
erscheint ein kleines Popupfenster, das einen sehr knapp gehaltenen Überblick
über das Thema liefert. Zweitens sind auf einer "Zeitseite" alle
Themen an einem Zeitstrahl gemäß des Zeitraums, den sie abdecken, geordnet.
Bewegt der Nutzer den Mauszeiger über den entsprechenden
"Zeitraum", treten aus dem Hintergrund einschneidende Daten der
Ereignis- wie der Schriftlichkeitsgeschichte hervor, die eine grobe
Einordnung der Einzelbeiträge in Bekanntes erlauben. Drittens ordnet eine
"geografische Seite" die [184]
Themen entsprechend ihrer Position auf der europäischen Landkarte. Und
schließlich leitet eine "Thesenseite" den Nutzer über für den
Beitrag zentrale, griffig formulierte Thesen in das Projekt hinein. Diese
letzte Alternative ist Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit
unserem Medienbüro. Wir als mit der historisch-konzeptionellen Seite betraute
Gruppe hatten verschiedentlich in der Diskussion mit unseren Partnern vom
Design erwähnt, dass wir von unseren Beiträgern erwarteten, dass sie jeweils
eine Hauptthese hervorheben sollten, für die dann auch eine besondere
technische Unterstützung (Animation o.Ä.) gewährleistet sein sollte. Die
Verkoppelung beider Bereiche – Zugriffslenkung und Schwerpunktsetzung -
gelang erst in der Auseinandersetzung der unterschiedlichen Gruppen, nachdem
die Designer vorgeschlagen hatten, die Thesen auf einem übergreifenden
Bildschirm zu vereinen, von dem aus ein direkter Einstieg in das Teilgebiet
ermöglicht werden sollte. Beide Beispiele zeigen, dass
erst das Zusammenwirken der unterschiedlichen Kenntnisse und die persönliche
Zusammenarbeit im Team eine erfolgreiche Multimediaproduktion entstehen
lassen. Fragen, die sich hier eröffnen, zwingen dazu, manchen Punkt einmal
unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten, und leiten zu neuen Reflexionsweisen
an. Da die grafische Wirksamkeit einer CD-ROM-Anwendung nicht zu
unterschätzen ist, sollte der Fachwissenschaftlerin bzw. dem
Fachwissenschaftler daran gelegen sein, seine Vorstellungen angemessen zu
kommunizieren, denn die Art und Weise, wie sie oder er historische Forschung
im Produktionsgespräch vermittelt, bestimmt maßgeblich die spätere
Präsentation in der Öffentlichkeit. 4. Der
Text und seine Einbindung Es ist
bereits deutlich geworden, dass die Gliederung der Informationen auf einer
CD-ROM eine ungleich größere Herausforderung darstellt als in einem
traditionellen Buch, sei es in einer Monographie oder in einem Sammelband.
Natürlich wird auch ein Buch im wissenschaftlichen Gebrauch selten von vorne
bis hinten gelesen, und Lenkungsinstrumente wie Inhaltsverzeichnis oder
Register unterstützen die rasche Aneignung der gesuchten Information, ganz zu
schweigen von der Aufteilung in Überschriften, Textblöcke und Fußnoten. Hier
wie dort sind gewisse Standardisierungen unumgänglich. Gleichwohl gibt es
markante Unterschiede. Im Aufsatz oder im Buch befolgt der Verfasser in der
Regel die seit der Schulzeit eingeübten Konventionen der Erstellung von
Sachtexten.10 Die Textkomposition
(Einleitung – nach aufeinander aufbauenden Argumenten geordneter Hauptteil-Zusammenfassung)
erfüllt die Kohärenzerwartung des Lesepublikums. Vornehmlich in den
Geisteswissenschaften wird während des Studiums trainiert, diese Prinzipien
auf größere Textmengen auszuweiten, und dementsprechend unterscheiden sich
die leistungsrelevanten Textsorten Hausarbeit, Examensarbeit, Dissertation
und Habilitation nicht allein durch die eingeforderte inhaltliche Qualität,
sondern auch durch die schiere Textlänge. [185]
Ganz
anders verhält es sich nun bei der Erstellung einer geisteswissenschaftlichen
CD-ROM. Der mehr oder weniger ausgeprägte hypertextuelle Charakter der
Informationsdarbietung erfordert vom Verfasser bereits vor der Niederschrift
des ersten Satzes, sich genau über die Aufteilung des Textes in
selbstständige Einheiten klar zu werden.11
Die Komposition in sich geschlossener, nicht mehr als eine Bildschirmseite
füllender allgemeinverständlicher Fachtexte gehört nicht zu den Fertigkeiten,
die der Alltagsarbeit eines Historikers oder einer Historikerin entspringen.
Gleiches gilt für den Entwurf nicht-hierarchisierter, nicht-linearer
Textsegmente, die untereinander durch Verlinkungen zu einem Netz verbunden
werden; allenfalls die Arbeit an modernen Lexika kann hier als einschlägige
Erfahrung gelten. Erwartet ein Autor vom Leser seines Buches, dass er, so er
per Register eine entsprechende Stelle gefunden hat, sich zum Verständnis bei
Bedarf auch einen größeren Textabschnitt aneignet, müssen die Beiträger
unserer CD-ROM schon im Vorfeld unterschiedliche Lesereihenfolgen
durchspielen und unterschiedlichen Interessenlagen der Nutzer nachspüren. Die Aufgabe des
fachwissenschaftlichen Konzeptionsteams war es angesichts dieser
Schreibeigenarten, für eine mediengerechte Disposition der Informationen
Sorge zu tragen. Der oben skizzierten Offenheit der Zugriffsmöglichkeiten auf
einer übergeordneten Ebene musste auf der Ebene des Einzelbeitrags eine
angemessen vereinheitlichte Struktur entgegengesetzt werden. Diese
regulativen Elemente gehen weit über das hinaus, was der wissenschaftliche
Autor von den Vorgaben der Erstellung eines Beitrags für einen Sammelband
kennt. Als erstes betraf diese
Regulierung die kleinste Einheit des Beitrages, die einzelne Bildschirmseite.
Hier war es wiederum das Medienbüro, das ein wiederkehrendes Grundlayout für
die CD-ROM entwickelte, das je nach Bedarf gewisse Variationen erlaubt und
doch zugleich ein Moment der Ruhe in das zu erwartende Informationschaos
bringt. Wichtig ist zudem, dass der Beiträger dabei die Bildschirmseite
tatsächlich als eine modulartige Einheit versteht. Textinterne Verweise etwa,
die im Druck die Positionierung einer Stelle innerhalb eines
Gesamtzusammenhangs markieren ("s.o.", "wie bereits
angeklungen ist" usw.), sind in einer nicht-linearen Bildschirmsequenz
zu vermeiden. Dafür wird den Beitragenden abverlangt, Module zu bilden und
für diese Module einheitliche Überschriften einer bestimmten Länge zu
vergeben, die ihrerseits auf einem eigenen Bildschirm zusammengefasst werden
– eine Arbeit, wie sie sonst eher der Redaktion einer Tageszeitung
obliegt. Einschneidender waren die
Vorgaben auf der Ebene der Beitragsgliederung. Um trotz der Themenvielfalt
eine Vergleichbarkeit der Präsentationen zu gewährleisten, sollte jeder
Beitrag einem vorgegebenen Raster entsprechen und eine bestimmte Zahl von
"Kapiteln" abdecken. Neben einer Einleitung und einem Abstract sind
dies vier je einer thematischen Leitlinie folgende Sektionen, nämlich
'Produktion', 'Rezeption', 'Form' und 'Technik'. Diese Sektionen bieten
genügend Freiraum für eine individuelle und kreative Ausgestaltung [186], während sich doch in ihnen
maßgebliche Kategorien der Entwicklung mittelalterlicher Schriftlichkeit
herauskristallisieren. Die hinter jedem Beitrag
liegende Struktur wird dem Nutzer gegenüber schon beim ersten Erreichen des
Teilbeitrags vor Augen geführt. Parallel hierzu erhält er einen Überblick
über die individuelle Ausgestaltung des Beispiels, der wiederum grafisch mit
den vier Metakategorien verknüpft ist:
Zur Bedeutung der vier Kategorien im Einzelnen:
'Produktion' und 'Rezeption' erschließen sich leicht; unter ersterem sind
Produktionsumstände wie Produzenten mittelalterlicher pragmatischer
Schriftlichkeit erfasst. Dem Beiträger ist es überlassen, ob er auf die
Schreiber und ihre Schreibbedingungen abhebt, die institutionelle
Trägerschaft in den Blick nimmt oder den geistigen Hintergrund der
Schriftproduktion beleuchtet. Ähnlich geht es bei 'Rezeption' um Leseweisen
und Leserkreise, Anforderungen an die Gestaltung durch die Empfänger oder
aber spätere Bedeutungswechsel. Schwieriger ist die Trennung von 'Form' und
'Technik' zu erklären. Beide Sphären gehören unweigerlich zusammen, wie
überhaupt alle vier Bereiche als unterschiedliche Blickweisen auf dasselbe,
nicht als klar voneinander geschiedene Abteilungen verstanden sein sollten.
Es [187] stellte sich in der Planungsphase heraus, das die
meisten Beiträger formale Fragen auf unterschiedlichen Ebenen mit
divergierender Interpretationstiefe berücksichtigt sehen wollten.
Dementsprechend fassen wir unter 'Form' Aspekte der kulturellen Einbettung
der Texte, die Wechselwirkungen von gewählter Form und Gegenstand der
Schriftlichkeit wie die Interaktion von Texten und Textsorten untereinander.
Unter 'Technik' dagegen eröffnet sich den Beiträgern die Chance, die
materielle Basis mittelalterlicher Schriftlichkeit zu erhellen und einmal
vorzustellen, wie bestimmte Aufschreibe- und
Verschriftlichungstechniken funktionierten. Oft handelt es sich dabei um
hilfswissenschaftliches Wissen, etwa um einen Einblick in Schreib- und
Beschreibstoffe und ihre Herstellung oder um handwerkliche Innovationen wie
die Einführung des Buchdrucks. Die
fließenden Übergänge zwischen den Bereichen erlauben es dem Beiträger,
weitgehend selbst zu entscheiden, wie er seine Informationen verteilt und wo
er seine Schwerpunkte setzt. Das gleiche Moment kann auch mehrmals in
verschiedenen Sektionen behandelt werden, wenn etwa unter 'Technik' der
Aufbau eines neuen juristischen Formulars erläutert wird und unter 'Form' die
Auswirkungen, die die Einführung des Formulars auf Wahrheitsfindung und
Prozessverlauf hat. Ob eine Vielzahl von Beispielen zur Verdeutlichung
herangezogen werden oder aber ein Einzelbeispiel den Ausgangspunkt für
verschiedene Erläuterungen bildet, ist eher eine Frage des persönlichen Stils
des Forschenden als Ausfluss einer Vorgabe des Mediums. Nicht zuletzt Kostengründe zwingen die Macher einer
geisteswissenschaftlichen CD-ROM, die mit keinem Absatz großer Stückzahlen
rechnen kann, zur Beschränkung.12 Nicht
alles, was technisch machbar wäre, ist auch finanzierbar. Vor allem
Animationen und professionell aufgenommene Tonsequenzen belasten das Budget
überproportional und verlangen den unterstützenden Institutionen höhere
Aufwendungen ab als ein Printmedium. Aus der Not lässt sich indes eine Tugend
machen, und so haben wir vorgeschlagen, solche Features konzentriert an zwei
hervorgehobenen Positionen innerhalb der Anwendung zu verwenden: einmal zur
Ausgestaltung der Einführung, was wiederum zu einem gewissen Maße die
Einheitlichkeit aller Beiträge garantiert; und schließlich innerhalb des
Beitrages an einer Stelle, die die zentrale Aussage unterstützt. In welcher
der Sektionen dies geschieht, ist beliebig. Die Aufforderung jedoch, an der gewählten
Stelle tatsächlich Multimediaelemente zu verwenden, hat noch einen positiven
Nebeneffekt: Sie motiviert dazu, die für Historikerinnen und Historiker
naheliegende Falle der Imitation eines Ausstellungskatalogsbeitrags zu
umgehen und über einschlägige Text-Illustrations-Muster hinaus zu einer
CD-ROM-gerechten Präsentationsweise zu gelangen. 5. Die CD-ROM
als Medium: Chance oder Beschränkung?
Die von
uns vorgegebenen Richtlinien mögen dem einen zu weitreichend oder gar
restriktiv erscheinen, dem anderen hingegen zu vage. Zu fragen ist dabei, ob
die [188] Beschränkungen bereits
bei der Wahl des Mediums impliziert sind und auf seine technischen
Voraussetzungen zurückgeführt werden können. Dies würden wir aufgrund unserer
Erfahrungen mit gewissen Vorbehalten eher verneinen. Der entscheidende Faktor
sind vielmehr die Erwartungen und Anforderungen des prospektiven Nutzers, auf
die wir uns bemüht haben einzugehen.13 Dabei scheint
sich das Verhältnis von Autor und Leser im Verhältnis zum Buch zu verschieben
hin zu einer größeren Eigenständigkeit des Rezipienten.14 Die Frage, ob mittels der neuen
Medien der Leser selbst zum Autor wird, der per Mausklick seinen eigenen,
individuellen Text erstellt, ist weiterhin Gegenstand einer intensiven
Debatte.15 Festzuhalten bleibt
zumindest, dass sich die Distanz zwischen vormals getrennten Texten
entschieden verringert hat. Wo der Hinweis einer Fußnote früher den Weg in
die Bibliothek nach sich zog, erscheint heute innerhalb von Sekunden nach der
Betätigung eines Links im WWW der neue Text auf dem Bildschirm. Auf einer
wissenschaftlichen CD-ROM, die ein breiteres Publikum bedienen möchte,
kollidieren alte und neue Leseweise miteinander. Einerseits sollte sich
innerhalb einer Sektion eine fortlaufende Argumentation entfalten,
andererseits ermuntert die Nähe der CD-ROM zum WWW den Nutzer zum raschen
Springen zwischen vereinzelten Bildschirmseiten. Die doppelte Lesbarkeit des
kleinsten Informationssegments als eigenständige Einheit und als Teil eines
Größeren stellt die Verfertigenden bisweilen vor eine unlösbar scheinende
Aufgabe. Ein Möglichkeit der Abhilfe war für uns, den Nutzer selbst zu einer
Reflexion über diese Spannung zu bewegen. 6. Der
Rückbezug auf die Forschung
Der
Unterschied der Anforderungen des Mediums CD-ROM im Vergleich zum Druckwerk
liegt aber nicht allein in der größeren Nutzerorientierung und den
entsprechenden Implikationen für die Macher. Ebenso bedeutsam ist der Einfluss,
den die Arbeit am neuen Medium auf den Forschungsprozess selbst ausübt.16 Aus der Sicht des individuellen
Beiträgers ergeben sich gleich zwei neue Felder der Auseinandersetzung.
Einmal ist er aufgerufen, seine Ideen einem Medienspezialisten zu übermitteln,
der ihm das eigene Verständnis seines Themas in medial aufbereiteter Form wie
einen Spiegel entgegenhält. Zum anderen ist er gezwungen, sich mit den
Herausgebern bzw. den Konzeptionierern und deren Vorgaben auseinander zu
setzen, die von seinen Vorstellungen die Fähigkeit zur Integration erwarten.
Die spezifische Produktionsweise konfrontiert den Wissenschaftler mit neuen
Fragen über ein augenscheinlich wohlbekanntes Thema, neue Fragen aber führen
zu neuen Einsichten. Wird der
Blick ausgeweitet vom einzelnen Beitrag auf den Forschungsverbund, so ergeben
sich ähnliche Phänomene. Im Bereich der wissenschaftlichen Druckwerke
vereinen Sammelbände immer wieder Aufsätze, die nicht nur hinsichtlich ihrer
Qualität, sondern auch in Bezug auf die Präsentation und Strukturierung ihrer
Forschungsergebnisse stark [189] variieren.
Die Einflussmöglichkeiten eines Herausgebers sind in der Regel viel zu
gering, als dass er ein größeres Maß an Vergleichbarkeit herstellen könnte.
Entsprechend ist die Rezeption stark auf den singulären Aufsatz konzentriert,
wie sich unschwer an den Schlangen vor den Xerokopierern der
Universitätsbibliotheken ablesen lässt. Nicht allein infolge der kompakten
Rezeptionsweise und den Folgen für die Produktion kann hier auf einer CD-ROM
eine ganz andere Synthese gelingen. Der Nutzer schaut zunächst auf die CD-ROM
als Ganzes, bevor er sich auf den Einzelbeitrag einlässt. Entsprechend haben
wir den Mitarbeiter/innen der CD-ROM Schrift im Wandel – Wandel
durch Schrift die oben beschriebene einheitliche Strukturierungsvorgabe
mit auf den Weg gegeben. Ein Ergebnis hiervon ist, dass die Thesen in einem
viel engeren Bezug zueinander wahrgenommen werden. Wieder ergeben sich neue
Perspektiven. Die Beiträger selbst werden zu den Rezipienten ihrer eigenen Forschung,
wo sie ihre Ergebnisse in neue Zusammenhänge gestellt sehen. Es zeigt sich:
Die Wahl eines neuen Präsentationsmediums mit neuen Darstellungsformen kann
sich in der individuellen wie der kollektiven Forschungstätigkeit positiv
auswirken und zu frischen Einsichten führen. |
1 Beispiele hierfür bilden
etwa hist.net, Plattform für Geschichtswissenschaften und Neue Medien, http://www.hist.net/ oder history show, neue medien in
der geschichtswissenschaft, http://www.univie.ac.at/HistoryShow/;
letztere bietet eine medienkomparative Auseinandersetzung der Eignung und
Eigenarten von "buch", "ausstellung", "film",
"cd-rom" und "internet".
2 So stellvertretend für
viele das von Ewald Hiebl geleitete Proseminar "Neue Medien und
Arbeitstechniken in der Geschichtswissenschaft: Liebe, Geld und Politik im 19.
und 20. Jahrhundert", das im Wintersemester 2000/2001 an der Universität
Salzburg abgehalten wurde, vgl. http://www.sbg.ac.at/ges/people/hiebl/neuemed/main.htm.
3 Markante Beispiele für
jede Gruppe bilden etwa die Patrologia Latina Database, hg. v. Jacques-Paul
Migne, Alexandria (Virg.) 1995; das Lexikon des Mittelalters: CD-ROM, redig. v.
Charlotte Bretscher-Gisiger und Thomas Meier, Stuttgart 2000; oder die
International Medieval Bibliography (IMB) on CD-ROM, hg. v. International
Medieval Institute (Leeds), Version 6,Turnhout 2001.
4 Eine knappe Skizze dieser
Fähigkeiten mit weiterführenden Literaturangaben bei Brigitte Leucht:
Kriterienkatalog CD-ROM. http://www.univie.ac.at/HistoryShow/hs/medien/cd_rom.html.
Ein Beispiel für eine mediävistische CD-ROM, die sich um die Integration [190] interaktiver Elemente bemüht, ist Medieval
Realms: Britain 1066 to 1500. London 1994, die von Leucht, ebd., diskutiert
wird.
5 Berichte über die Arbeit
des Sonderforschungsbereichs 231 wurden regelmäßig in den Frühmittelalterlichen Studien (FMSt) publiziert, zuletzt in FMSt 33
(1999), S. 446-448. Weitere Informationen insbesondere zu den
Veröffentlichungen finden sich unter http://www.uni-muenster.de/MittelalterSchriftlichkeit/.
6 Vgl. zur Lenkung der
Interaktionsmöglichkeiten bei einem stark durchgestalteten Medium wie der
CD-ROM Greg M. Smith: Introduction. A
Few Words about Interactivity. In: On a Silver Platter. CD-ROMs and the
Promises of a New Technology. Hg. v. Greg M. Smith. New York/London 1999. S. 1-34.insb. S. 26-29. Siehe auch Tony Feldman: An Introduction to Digital Media. London/
New York 1997. S. 13-17.
7 Vgl. Leucht:
Kriterienkatalog CD-ROM.
8 Unser Dank für die
intensive Zusammenarbeit in der Erstellung der CD-ROM Schrift im Wandel
– Wandel durch Schrift gebührt dem Team der münsterschen SNT Media
Concept GmbH, namentlich Manfred Hendricks, Vera Lohmann und Rainer Schwake.
9 Einschränkend ist zugleich
darauf hinzuweisen, dass dieser finanzielle Vorteil durch die zunehmende
Tendenz von Bibliotheken zunichte gemacht wird, angesichts leerer Staatskassen
hohe – und im übrigen rechtlich höchst umstrittene -
Reproduktionsgebühren einzufordern. Hier müssen wir jenen Bibliotheken danken,
die angesichts des wissenschaftlichen Charakters der CD-ROM auf eine Erhebung
von Gebühren verzichtet haben.
10 Zur Absetzung der
Wissenschafts- von der Alltagssprache vgl. Jürgen Habermas: Umgangssprache,
Wissenschaftssprache, Bildungssprache. In: Merkur 32 (1978). S. 327-342. Hier
S. 328f.
11 Leslie Jarmon nennt allein
sechs Dimension der Repräsentation von Forschung und Lehre, die bei der Nutzung
digitaler Technologien im Auge behalten werden müssen. Leslie Jarmon: Showing and Telling: Developing CD-ROMs for the Classroom
and Research. In: On a Silver Platter. CD-ROMs and the Promises of a New
Technology. Hg. v. Greg M. Smith, New York/London 1999. S. 239-260. Hier S. 250f.
12 Zur Marktsituation und
–durchsetzung von CD-ROMs allgemein vgl. Feldman: An Introduction to
Digital Media. Kap. 3, insb. S. 45-47, 59-61.
13 Auch Johannes Moes: Von
der Text- zur Hypertextanalyse: Konsequenzen für die Qualitative Forschung. In:
Forum Qualitative Sozialforschung 1 (2000), Absatz 3.1, betont zurecht, dass
Textkonventionen in der Produktion und Rezeption von Hypertext eine größere
Bedeutung zukommt als technischen Eigenarten. Vgl. unter http://qualitative-research.net/fqs/fqs.htm.
14 Smith: Introduction. S. 1, spricht vom
"interactive player".
15 Grundlegendes zum Gebrauch
von Hypertext bei Herbert Meyer: Von Punkt zu Punkt: Skizzen zu einer Theorie
der interaktiven Medien. In: Medientheorie und die digitalen Medien. Hg. von
Winfried Wenz und Karin Nöth (Intervalle 2). Kassel 1998, S. 177-193. Eine
jüngere Studie, die George P. Landow's Konzept der Mutation vom Lesenden zum
Schreibenden ('wreader') in Frage stellt, zeigt die Unabgeschlossenheit der
Diskussion, vgl. Karin Wenz: Vom Leser zum [191]
User? Hypertextmuster und ihr Einfluß auf das Leseverhalten. In: Sprache und
Datenverarbeitung 24 (2001). S. 23-34, insb. S. 24ff., und Leucht:
Kriterienkatalog CD-ROM.
16 Siehe auch Jarmon: Showing
and Telling. S. 46.